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Eines Tages erschien auf dem Campingplatz bei Avola ein Belgier. Er zapfte Strom und legte den gesamten
Einzugsbereich lahm. Aus allen Ecken kamen die bis hierhin noch freundlichen Camper und beteiligten sich an
der Ursachenforschung. Letztlich musste der Platzarbeiter die zentrale Sicherungsanlage bedienen, um die Leute
wieder mit Licht und Elektrizität zu versorgen. Wenig später klatschte es wieder. Die Leute wussten
inzwischen, wohin sie ihre forschenden Schritte lenken mussten.
Freundliche Ratschläge wurden
zurückhaltender, als der Sünder erklärte, dass er schließlich zwei Kochplatten zu
bedienen hätte und eine Absicherung von 6 oder 10 Ampere dem nicht entgegenstehen dürfte. Man
erklärte, dass aber nur 2 Ampere zu Verfügung stünden. Unser belgischer Freund ließ
sich nicht überzeugen, schließlich hätte er laut Camping-Cheque eine garantierte Ampere-Leistung
von mindesten 6 zu erwarten.
Als es beim dritten Male knallte, schlug die Stimmung um. Ein wutschnaubender
Platzmechaniker erschien, brüllte die versammelte Campertruppe an: "due Ampere, due Ampere". Er meinte, dass sie nur 2 A zu nutzen hätten.
Die garantierten 6 A gäbe es vielleicht in Deutschland und Frankreich, nicht aber in Italien. Dem
lautstarken Geschimpfe konnte man entnehmen, dass der gute Mann es satt hatte, sich mit Inhabern von
Camping-Cheques auseinander setzen zu müssen.
Das unverschämte Auftreten des Mannes
ließ die Stimmung erneut umschlagen, diesmal gegen den Schreier, der wohl vergessen hatte, wer
hier zahlender Gast und wer Serviceleistender ist. Der Mann riss die Kabelstecker aus den Steckdosen,
knallte sie auf den Boden, besann sich aber und suchte nach anderen Anschlussmöglichkeiten.
Schließlich trat die allgemeine Beruhigungsphase ein und der Tober verzog sich. Der Belgier war
mittels längerer Kabeltrommel an eine entfernter liegende Steckdose angeschlossen, die restlichen
Camper hatten alle wieder Strom. Nun war es die Frau des Belgiers, die laut protestierend feststellte,
dass sie noch immer keinen Strom im Caravan hatte. Erst der freundliche Hinweis einer anderen Camperfrau,
dass man zwischen Kabeltrommel und Caravan eine Verbindung herstellen müsse, löste die
inzwischen erneut aufgetretene Spannung zwischen den noch Umherstehenden.
Und dann der erneute
Sicherungsknaller. Machen wir es kurz: Die Kabeltrommel des Belgiers war Ursache des neuen Kurzschlusses.
Statt nun dafür zu sorgen, dass der technische Wüterich von vorhin die Hauptsicherung wieder
eindrückte, fing der Belgier in Seelenruhe an, im Lichte einer Taschenlampe seine Trommel zu
demontieren und Reparaturversuche zu unternehmen. Währenddessen saßen die anderen Camper
strom- aber nicht spannungslos in der aufkommenden Dunkelheit.
Schließlich erbarmte sich ein
Campinggast und suchte das Hauptquartier des platzangestellten Elektroschimpfers auf und verblüffte
diesen mit der dreisten Eigenmächtigkeit, die Hauptsicherung wieder in Funktion zu setzen. Dem
Belgier machten die anderen klar, dass er es nicht wagen sollte, seine Eigenreparatur an das Netz
zu schließen.
Man versorgte ihn mit Strom aus eigenen Anschlüssen und konnte endlich der
verdienten Nachruhe entgegen sehen. Am nächsten Morgen war unser belgischer Freund wieder
voll am Werken. Er bestaunte die vielen kleinen Kabelchen, die er zusammen zu bringen versuchte.
Glücklicherweise konnten wir unsere Abreise vorbereiten, was auch für den mutigen Camper
vom Vorabend zutraf, der die Hauptsicherung trotz gefährlicher Angriffe des Platzelektrikers
wieder in Kraft gesetzt hatte. Noch im Abreiseaufbruch befindlich, sahen wir, wie die
Zurückbleibenden in Verzückungstänzen um den armen Belgier herumzappelten,
weil wieder sämtliche Sicherungen ihren Geist aufgegeben hatten. |