Campingzone
 

Reiseberichte


Ein bisschen Peleponnes -
Griechenland im September 2010


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Inhalt

Zur Fähre nach Ancona
Camping "Erodios" bei Pylos
In der Bucht von Navarino
Ein bisschen griechische Geschichte
Der westliche Finger des Peleponnes
Ruinenstadt Mystras
Zurück zum Festland
Bildimpressionen

Karte unserer Reiseroute

Wir hatten uns Messenien im Südwesten des Peloponnes als Ziel eines ausgedehnten Badeurlaubs ausgesucht, weil wir so gern mit Fährschiffen unterwegs sind. Außerdem hatten wir vor wenigen Monaten erst eine ausgedehnte Norwegen-Besichtigungstour unternommen, und jetzt war Ausruhen angesagt.

Zur Fähre nach Ancona

Die Anreise über den Brenner gestaltete sich trotz Wochenendpause für LKW als riesiger Stau mit Zieharmonikaeffekt - mal schnelle Fahrt, dann Stillstand, weiter im stockenden Verkehr. Kein Mensch weiß warum. Ergebnis: sämtliche Campingplätze um Bozen waren voll belegt. Wir hatten Glück: der zweite Platz, Camping Steiner, nahm uns noch auf. Obwohl wir eine andere Übernachtungsplanung vorgesehen hatten, waren wir nicht enttäuscht, kannten wir diesen Platz - und besonders seine in guter Erinnerung gebliebene Gastronomie - von einem früheren Besuch.

Vorschaubild: Camping Steiner Stellplätze
Stellplätze

Stellplätze

Vorschaubild: Camping Steiner Camping Steiner
Camping Steiner

Camping Steiner

Vorschaubild: Camping Steiner Stellplätze
Stellplätze

Stellplätze

Am Sonntag ging es weiter, der Stau auch, bis Morena. Trotzdem erreichten wir unser Etappenziel Camping Mare Blu in Fano noch zu angemessener Zeit. Am Wochenende heimfahrende Italiener blockierten die Fahrbahn zu unserem Glück nur in der Gegenrichtung, sodass wir den letzten Streckenteil in "normaler" Fahrweise absolvieren konnten.

Camping Mare Blu hatten wir uns nach Reiseführer ausgesucht: Schöner Platz ohne Autoverbot mit großzügigen Stellflächen. Was sich uns dann allerdings präsentierte, entsprach nicht ganz unseren Erwartungen: Zwischen Eisenbahnstrecke und viel befahrener Hauptstraße, in einem düsteren Laubwald - Schattensuchende werden es anders sehen als wir - gelegen, vollgestopft mit Dauercamperaufbauten, dazwischen Touricamper - nein danke. Glücklicherweise bot uns der freundliche Platzangestellte auf der gegenüberliegenden Seite des Campings einen Stellplatz unter lichten Bäumchen auf einem neu angelegten Areal an. Billiger, schöner und ein unseren Ansprüchen voll genügendes Plätzchen, söhnte uns mit der ersten Enttäuschung schnell aus.

Nächster Tag: Auf zur Fähre nach Ancona. Die Fahrt dorthin verlief planmäßig, eine gute Ausschilderung führte uns direkt zum Eincheckterminal. Aber danach: Eine winzige Unachtsamkeit beim Befolgen der Ausschilderungen, und wir lernten fast ganz Ancona kennen. Irgendwann kamen wir aber dann doch am richtigen Kai an und die Wartezeit auf die verspätete "Olymipic Champion" entspannte die Nervenlage. Mieses Wetter, Wellengang und ziemliche Verspätung bildeten den Anfang unserer Griechenlandreise.

Vorschaubild: Fähre nach Griechenland Warten auf die Fähre
Warten auf die Fähre

Warten auf die Fähre

Vorschaubild: Fähre nach Griechenland „Olymipic Champion“
„Olymipic Champion“

„Olymipic Champion“

Vorschaubild: Fähre nach Griechenland Ausfahrt aus dem Hafen
Ausfahrt aus dem Hafen

Ausfahrt aus dem Hafen

Vorschaubild: Fähre nach Griechenland Luxus an Bord
Luxus an Bord

Luxus an Bord

Vorschaubild: Fähre nach Griechenland Self-Service Restaurant
Self-Service Restaurant

Self-Service Restaurant

Vorschaubild: Fähre nach Griechenland Camping an Bord
Camping an Bord

Camping an Bord

Camping "Erodios" bei Pylos

Angekommen in Patra und das Verkehrschaos überstehen - ein Abenteuer für sich!

Danach ging es weiter Richtung Süden entlang des Küste des Ionischen Meers auf Straßen, die sich seit unserem ersten Besuch vor vielen Jahren nicht wesentlich verändert haben. Doch: die Fahrbahnmarkierungen sind kaum noch erkennbar, was dem wilden Gefahre einzelner Gernüberholer sehr entgegen kommt. Dichtes Auffahren und fast obligatorisches Kurvenschneiden waren die Markenzeichen griechischer Autofahrer während unseres gesamten Aufenthalts. Keine Einbildung! Die unzähligen kleinen Gedenkkirchlein an den Straßenrändern sprechen eine deutliche Sprache. Auch das stoische Ignorieren sämtlicher Geschwindigkeitsbeschränkungen hat sich nicht geändert. Und so wurden wir manches Mal zum Verkehrshindernis, nur weil wir uns nicht mit verborgenen Polizeikontrolleuren anlegen wollten. Weiter südlich wurde es zunehmend besser, was den Straßenzustand betrifft. Neu asphaltierte, aber doch recht schmale Auf- und Abwege führten uns zum Ziel, dem viel gelobten Camping Erodios bei Gialova nahe Pylos. Und wir wurden nicht enttäuscht, uns erwartete ein kleiner und feiner Platz, der von Holländern als der Schönste des Peleponnes bezeichnet wurde - die müssen es schließlich wissen. Eingebettet in fantastischer Landschaft, direkt am Meer und weitab jeder Hektik, liegt dieses relativ neu errichtet Kleinod einer Campinganlage. Allein die architektonische Gestaltung des Gebäudeensembles im griechischen Baustil ist sehenswert, einfach, aber geschmackvoll.

In der Bucht von Navarino

Der Platz liegt unweit der Ochsenbauchbucht "Voidokilia", auf der nördlichen Seite der Bucht von Navarino (auch als Lagune von Pylos bezeichnet) bei dem Dorf Gialova.

Vorschaubild: Navarinobucht Bucht von Navarino
Bucht von Navarino

Bucht von Navarino

Vorschaubild: Navarinobucht Blick Richtung Campingplatz
Blick Richtung Campingplatz

Blick Richtung Campingplatz

Vorschaubild: Navarinobucht in der Navarino-Bucht
in der Navarino-Bucht

in der Navarino-Bucht

Vorschaubild: Navarinobucht Bucht von Pylos
Bucht von Pylos

Bucht von Pylos

Vorschaubild: Navarinobucht Voidokilia-Bucht
Voidokilia-Bucht

Voidokilia-Bucht

Vorschaubild: Navarinobucht in den Dünen der Ochsenbauchbucht
in den Dünen der Ochsenbauchbucht

in den Dünen der Ochsenbauchbucht

Auf diesem Platz wollten wir bleiben und unseren Badeurlaub genießen. Aber ohne Erkundungsausflüge sollte es auch hier nicht abgehen.

In näherer und weiterer Umgebung sind viele Burgruinen, osmanische Kastelle und archäologische Ausgrabungsstellen zu besichtigen.

Eine unserer ersten Ausfahrten führte in das Fischerstädtchen Pylos, das sich reizvoll, für Autofahrer aber ein wenig anstrengend, an einen Hang auf der südlichen Seite der Bucht von Navarino schmiegt und einen schönen Ausblick über die historisch bedeutende Bucht bietet.

Vorschaubild: Pylos Ort Blick auf Pylos
Blick auf Pylos

Blick auf Pylos

Vorschaubild: Pylos Ort Hafen von Pylos
Hafen von Pylos

Hafen von Pylos

Vorschaubild: Pylos Ort Pylos´ Hafenviertel
Pylos´ Hafenviertel

Pylos´ Hafenviertel

Vorschaubild: Pylos Ort Platia Trion Navarchon
Platia Trion Navarchon

Platia Trion Navarchon

Vorschaubild: Pylos Ort Denkmal der 3 Admirale
Denkmal der 3 Admirale

Denkmal der 3 Admirale

Vorschaubild: Pylos Ort Gässchen in Pylos
Gässchen in Pylos

Gässchen in Pylos

Ein bisschen griechische Geschichte

Das historische Pylos des Königs Nestor aus der Homersage wird heute ungefähr 15 Kilometer nordöstlich vermutet. Teile des Herrscherpalastes wurden vor wenigen Jahren ausgegraben und können besichtigt werden.

Der Palast wurde im 13.Jh.v.Chr. erbaut und 100 Jahre später durch einen Brand zerstört.

Von der einst mehrgeschossigen Anlage ist nur noch bis zu einem Meter über dem Boden aufragendes Mauerwerk erhalten. Es wurde zum Schutz vor der Witterung überdacht. Besonders sehenswert sind der große kreisrunde Feuerplatz im Thronsaal des Palastes und ein ehemaliges Badezimmer mit einer steinernen Badewanne.

Vorschaubild: Nestorpalast Feuerstelle im Thronsaal
Feuerstelle im Thronsaal

Feuerstelle im Thronsaal

Vorschaubild: Nestorpalast Nestors(?) Badewanne
Nestors(?) Badewanne

Nestors(?) Badewanne

Vorschaubild: Nestorpalast Tonkrüge im Ölmagazin
Tonkrüge im Ölmagazin

Tonkrüge im Ölmagazin

Uralte Olivenbäume könnten vielleicht den König noch gesehen haben. Jedenfalls fiel einst sein Blick auf die Bucht von Pylos (Bucht von Navarino), als er seinen 90 Schiffen den Befehl gab, in den Trojanischen Krieg einzugreifen. Hier oben im Palast sollte sich einst Telemach, der Sohn des Odysseus, beim alten Nestor nach dem Verbleib seines Vaters erkundigt haben, ehe er weiterzog zu Menelaos nach Sparta.

Vorschaubild: Nestor Landschaft Nestors Blick auf die Bucht
Nestors Blick auf die Bucht

Nestors Blick auf die Bucht

Vorschaubild: Nestor Landschaft Uralter Olivenbaum vor Nestors Palast
Uralter Olivenbaum vor Nestors Palast

Uralter Olivenbaum vor Nestors Palast

Vorschaubild: Nestor Landschaft Reste des Palastes von Nestors Vater Neleus
Reste des Palastes von Nestors Vater Neleus

Reste des Palastes von Nestors Vater Neleus

Sie alle haben in der Gegend ihre Spuren hinterlassen: die Mykener, Römer, Venezianer, slawische Awaren, Franken, Genuesen und Türken. Unterhalb des Paliokastro (fränkische Burg) an der Ochsenbauchbucht befindet sich auf halber Höhe des Felshanges ein großes dunkles Loch - die Nestor-Grotte. Hier soll Hermes dem Apollon die Rinder des Königs Nestor geklaut und geschlachtet haben.

Vorschaubild: Nestor Grotte Paliokastro, darunter Nestors Grotte
Paliokastro, darunter Nestors Grotte

Paliokastro, darunter Nestors Grotte

Vorschaubild: Nestor Grotte Turm des Paliokastro
Turm des Paliokastro

Turm des Paliokastro

Vorschaubild: Nestor Grotte Unterhalb des Burgberges
Unterhalb des Burgberges

Unterhalb des Burgberges

Selbst das heutige kleine Pylos haucht noch große Geschichte: Hoch über Stadt und Bucht thront die Ruine des Neo Kastells (das neue Kastell). Die Befestigungsanlage wurde im 16. Jahrhundert von den Osmanen errichtet, um die Bucht von Navarino kontrollieren zu können. Ihr imposantes Ausmaß belegt ihre Bedeutung für die Osmanen.

Vorschaubild: Pylos Burg Neo Kastra Bastion der Verga
Neo Kastra Bastion der Verga

Neo Kastra Bastion der Verga

Vorschaubild: Pylos Burg Neo Kastra Oberburg
Neo Kastra Oberburg

Neo Kastra Oberburg

Vorschaubild: Pylos Burg Metamporphosis-Kirche
Metamporphosis-Kirche

Metamporphosis-Kirche

1827 lagen sich in nicht kriegerischer Absicht in der Bucht von Navarino 82 türkisch-ägyptische und 26 Schiffe der alliierten Flotte der Russen, Engländer und Franzosen gegenüber. Man verhandelte und plötzlich krachte es aus immer noch unklaren Gründen. Am 20.Oktober versanken ¾ der türkisch-ägyptischen Flotte in der Navarino-Bucht. Und was Politiker nicht vermocht hatten: Griechenland erlangte nach einem jahrelangen Aufstand seine Unabhängigkeit vom Osmanischen Reich. Die weiteren Folgen hatten große Bedeutung auch für den europäischen Kontinent.

Mit dem Auto gut erreichbar sind die "Augen Venedigs" Methoni und, etwas weiter, Koroni. Sie waren einst mächtige Festungsbauten zur Sicherung der venezianischen Handelswege.

Vorschaubild: Methoni Burg Festung Methonl Bogenbrücke
Festung Methonl Bogenbrücke

Festung Methonl Bogenbrücke

Vorschaubild: Methoni Burg Festung Methoni	Nordeingang
Festung Methoni Nordeingang

Festung Methoni Nordeingang

Vorschaubild: Methoni Burg Festung Methoni Venezianischer Löwe
Festung Methoni Venezianischer Löwe

Festung Methoni Venezianischer Löwe

Der westliche Finger des Peleponnes

Eine Rundreise führte uns nach Süden um die Spitze des westlichen Fingers des Peleponnes. Hat man Pylos in Richtung Methoni hinter sich gelassen, werden die Straßenverhältnisse zunehmend besser. Besonders in Richtung Finikounta mit seinen bekannten Campingplätzen fährt es sich auffallend angenehm. Wir fuhren durch Orte, die sich oft irgendwie glichen. Ein riesiger Platz im Ortsmittelpunkt, vielfach im rechteckigen Kreisverkehr umrundbar, auf und um dem sich das Leben abspielt. Hier haben sich die meisten Geschäfte angesiedelt, durchmischt von einer unzähligen Ansammlung Restaurants, Bars, Cafés und sonstigen Gastronomieeinrichtungen. In der Platzmitte viele Männer beim Schauen, Schwatzen und einfach nur Dasein. Leider sind ringsum sämtliche Parkverbotsmöglichkeiten von Fahrzeugen besetzt, doch finden sich in den oft nahegelegenen Hafengeländen ausreichende Parkflächen. Jetzt kann man endlich zum Eindrücke sammelnden Bummel durch den jeweiligen Ort aufbrechen und das wunderbar griechische Flair auf sich wirken lassen.

Aber auch außerhalb der Ortschaften bieten sich dem Betrachter eindrucksvolle Bilder fantastischer Landschaften, Meeresausblicke, Ansichten weißer Ortschaften an blauen Buchten oder ferne Anwesen auf und an Berghängen. Will sie auch der Autofahrer genießen, sollte man lieber des Öfteren einen Besichtigungsstopp einlegen. Gucken und staunen während der Fahrt hoch oben über und wieder unten am Meer oder in der kurvenreichen Bergwelt könnten gefährlich werden.

Vorschaubild: Landschaften 1 Messenische Bergwelt
Messenische Bergwelt

Messenische Bergwelt

Vorschaubild: Landschaften 1 Südosten des Fingers
Südosten des Fingers

Südosten des Fingers

Vorschaubild: Landschaften 1 im Süden Messeniens
im Süden Messeniens

im Süden Messeniens

Hier draußen, außerhalb der großen Orte und Hauptrouten, fahren sogar viele der sonst so eilig unterwegs seienden Griechen geruhsam, sofern denn überhaupt welche unterwegs sind.

Zwischen Kalamata und Pylos entdeckten wir ein riesiges Schild zu den "Waterfalls". Vermutlich handelte es sich um die Wasserfälle Polilimnio. Dieses für Griechenland außergewöhnliche Naturerlebnis wollten wir uns nicht entgehen lassen. Eine asphaltierte Straße führte beschildert auf schmalen Straßen durch das Dorf Haravgi und weiter auf einem Schotterweg hinunter zu einem Parkplatz. Von hier ging ein steiler Fußweg hinab in das tief eingeschnittene Flusstal. Schon die Fahrt auf dem stellenweise steilen und recht unebenen Schotterweg ließ die Neugier auf das Naturwunder schrumpfen. Den steilen Fußweg nach unten mied dann der größere und ältere Teil unserer kleinen Gruppe. Leider setzte auch noch starker Regen ein, der unseren Sohn zwang, die Exkursion abzubrechen. Aber schön sollen die Wasserfälle und ihre kleinen Seen schon sein. Wenigstens einer von uns konnte ein bisschen davon bestaunen.

Vorschaubild: Wasserfall hinunter ins Tal
hinunter ins Tal

hinunter ins Tal

Vorschaubild: Wasserfall unten angekommen
unten angekommen

unten angekommen

Vorschaubild: Wasserfall das erste Fällchen
das erste Fällchen

das erste Fällchen

In Ermangelung bedeutender archäologischer Sehenswürdigkeiten des historischen Sparta besuchten wir die dort in der Nähe gelegene, von fränkischen Fürsten zur Zeit der Kreuzzüge gegründete Ruinenstadt Mystras. Dazu durchquerten wir nach Bewältigung des mittäglichen Verkehrstrubels der Hauptstadt der griechischen Region Messenien, Kalamata, das Taygetos-Gebirge. Man sagt, es wäre die landschaftlich schönste Straße des Peleponnes. Jedenfalls wurde die Tour durch das Gebirge ein Erlebnis der besonderen Art. Ein kurvenreiches Auf und Ab, gespickt mit Serpentinen und Spitzkehren führte die gut ausgebaute Straße fast 50 km durch eine Landschaft, die ihresgleichen sucht. Wenn man dazu noch weiß, dass dieses Gebirge als Todesstätte für mit Mängeln geborene Kinder aus Sparta gedient haben soll, die von ihren Vätern in eine Felsspalte des Bergmassivs in der Nähe des heutigen Sparta gestürzt werden mussten, ist des Grusels genüge getan.

Vorschaubild: Landschaften 2 im Taygetos-Gebirge
im Taygetos-Gebirge

im Taygetos-Gebirge

Vorschaubild: Landschaften 2 Serpentinenstraße
Serpentinenstraße

Serpentinenstraße

Vorschaubild: Landschaften 2 im Taygetos-Gebirge
im Taygetos-Gebirge

im Taygetos-Gebirge

Ruinenstadt Mystras

Auf der Spitze eines Hügels bei Mystras steht eine mächtige Festung, die Ruinenstadt liegt an den Hängen darunter. Die Überreste können besichtigt werden. Einige Kirchen mit farbenprächtigen Wandmalereien sind erhalten, das Kloster Pantanassa ist sogar noch bewohnt. Selbst Goethe hatte von der gewaltigen Kreuzfahrerfestung Mystras gehört und ließ hier seinen Faust die schöne Helena treffen.

Einst war hier viel los um die Festung und Stadt: Zuerst pressten sie die Byzantiner den Franken ab und machten Mystras zum kulturellen und geistigen Zentrum des spätbyzantinischen Reichs. Später mussten Burg und Stadt an die Türken abgegeben werden und Minarette tauchten zwischen den Kirchen auf. Als nächstes kamen die Venezianer in den Besitz der Stadt, dann wieder die Türken, bis sie von albanischen Truppen in ihren heutigen Zustand versetzt wurde.

Man kann durch die Ruinenstadt stundenlang spazieren. Die heutigen Reste gliedern sich in drei Bereiche: das Kastro (die Burg fränkischen Ursprungs auf dem Hügel), die Oberstadt und die Unterstadt. Vom oberen Eingang gelangt man zur fränkischen Burgruine, die einen prächtigen Rundblick auf die Ebene von Sparta und den Peloponnes bietet. Zwischen dem oberen und dem unteren Eingang liegen etwa 300 steile Höhenmeter. Eine Besichtigung kann ganz schön anstrengend werden. Kapellen, Klöster, Kirchen mit vielen gut erhaltenen Fresken, dazu Palastruinen und Moscheereste, arkadengesäumte Innenhöfe und ein kleines Museum sind nur einige der Sehenswürdigkeiten, die man in sich aufnehmen kann. Schätzungsweis vier Stunden kann ein ausführlicher Rundgang schon dauern. Wir schafften es bei der Hitze nicht und ließen es mit dem Besuch der Unterstadt bewenden.

Vorschaubild: Mystras Burg Blick auf Sparta
Blick auf Sparta

Blick auf Sparta

Vorschaubild: Mystras Burg die Frankenfestung
die Frankenfestung

die Frankenfestung

Vorschaubild: Mystras Burg Ruinenstadt Mystras
Ruinenstadt Mystras

Ruinenstadt Mystras

Vorschaubild: Mystras Burg Kloster Pantanassa
Kloster Pantanassa

Kloster Pantanassa

Vorschaubild: Mystras Burg St Demetrios – Mystras
St Demetrios – Mystras

St Demetrios – Mystras

Vorschaubild: Mystras Burg Fresken aus dem 15./16.Jh.
Fresken aus dem 15./16.Jh.

Fresken aus dem 15./16.Jh.

Zurück zum Festland

Unsere Peleponnes Zeit ging ihrem Ende entgegen. Bevor wir uns auf den Weg nach Patra zur Fähre machten, legten wir eine letzte Übernachtung auf dem Campingplatz Camping Ionion Beach bei Glifa ein, ca. 85 km vor der Fährstadt.

In Camping Ionion war richtig viel Geld investiert worden. Er hat sich zu einem Prunkstück seiner Kategorie entwickelt. Hier gibt es alles, was der Camper sich wünscht. Kein Wunder, dass er zu den meistbesuchten Campingplätzen des Peleponnes, vielleicht sogar Griechenlands gehört. Selbst in der Nachsaison war noch reger Betrieb, für unseren Geschmack ein bisschen zu laut - aber viele wollen es eben so.

Und dann ging es zur Fähre. Seit Patra Kulturhauptstadt Europas geworden war, ist viel gebaut worden. Zumindest führt jetzt eine Autobahn um die Stadt herum. Hinweisschilder auf die Abfahrt zum Hafen fehlen nicht mehr. Aber kaum hat man die Autobahn schildgerecht verlassen, ist man auch verlassen inmitten des alten Verkehrschaos. Glücklich, wer dann ein aktuelles Navigationsssystem sein eigen nennt. Es bringt einen bis in Hafennähe. Den Rest muss der Fahrer mit Intuition, Glück und dem Mute der Verzweiflung selbst erledigen. Alles machbar, schließlich hat man die Hafenanlagen ununterbrochen in Sichtweite. Irgendwann tut sich ein Tor auf und man ist drinnen - im Hafen, noch nicht am Ziel. Erst Einchecken!

Die freundliche Anek-Dame in Ancona hatte bereits beim Hinfahrt-Check alle Rückfahrpapierchen erledigt und uns den Rat gegeben, drei Stunden vor Abfahrt in Patra zu erscheinen. Artig waren wir zu Stelle. Jetzt hieß es Warten, denn in Patra war bis kurz vor dem Beladen der Fähre Bürosiesta. Nach dem Aushändigen eines Schildchens mit der Aufschrift "Open Deck", das wir uns wegen des geschlossenen Anek-Hafenschalters im stadtnahen Hauptbüro der Fähre abholen mussten, beobachteten wir einige Stunden lang das Beladen der längst bereit liegenden "Olymipic Champion" mit Massen an LKW. Zur Abwechslung wurden wir gründlich nach blinden Asylpassagieren durchsucht, ehe es endlich an der Zeit war, die wartenden Bordcamper in die Fähre zu buxieren. Jetzt war Hektik angesagt wegen der inzwischen eingetretenen Verspätung. Trotzdem neue Kontrollchecks wegen über die Sicherheitszäune des Hafens entwichenen Migranten. Endlich ging es los.

Die "Olymipic Champion" ist ein sehr schönes Schiff. Elegant innen und außen. Aber unten im Camper-Bord hält sie den Vergleich mit andern von uns befahrenen Schiffen nicht Stand. Das liegt weniger an der Fähre selbst, als am Anek-Personal und kleinen Nachlässigkeiten. Aber darüber möchten wir uns nicht näher auslassen.

Vorschaubild: Fähre nach Ancona Hafen von Patra
Hafen von Patra

Hafen von Patra

Vorschaubild: Fähre nach Ancona Fähranleger in Patra
Fähranleger in Patra

Fähranleger in Patra

Vorschaubild: Fähre nach Ancona Camping an Bord
Camping an Bord

Camping an Bord

Auf der Fahrt nach Ancona legte die "Olymipic Champion" einen Zwischenstopp in Igoumenitsa ein zwecks Aufnahme neuer Passagiere, Campinggefährte und weiterer LKW. Die Beladezeit brachte fast eine Stunde Verspätung und ein vollgestopftes Fährschiff ein. Sogar die Auffahrtschräge musste als Parkabstelle für Busse herhalten.

Trotzdem waren wir in Ancona relativ schnell von Bord. Anders als die Hafenzufahrt vor drei Wochen war die Beschilderung zur Ausfahrt "Autostrada" übersichtlich und sicher.

So errichten wir trotz happiger Verspätung unser nächstes Etappenziel Campeggio Comunale Estense in Ferrara zu noch ziviler Zeit. Vom Hunger übermannt, suchten wir die Gaststätte des dem kommunalen Stadtcamping gegenüberliegenden Sportzentrums auf. "Chusio" deute uns ein Schildchen, dass heute Abend nicht mehr geöffnet ist. Eine verschlossene Tür mit Sperrbalken unterstrich unsere Wahrnehmung. Zurück auf dem Campingplatz, bemühte sich der Mann in der Rezeption um telefonische Aufklärung. Man hätte geöffnet wurde ihm mitgeteilt. Warum alles verschlossen war, konnte sich keiner erklären. Man sei aber gern bereit, bestellt Pizzen umgehend zu liefern. Na, wenn das kein Service ist. Rezeption und Gäste waren wieder glücklich und zufrieden.

Schon seit einigen Tagen kränkelte ein Mitglied unserer kleinen Familienreisgruppe. Wir mussten schnellstens nach Hause. Der Weg dorthin war aber noch weit. Deshalb beschlossen wir, einen Zwischenstopp auf dem TENDA-Park bei Bad Feilnbach, nahe Bad Aibling einzulegen. Es handelt sich um einen riesigen Platz, eingeteilt in 39 kreisrunde Minicampingplätze, beherrscht von Dauercampern. Ein Camping der langen Wege. Allein die Anfahrt zum Übernachtungskreis 14 am Platzende schien nicht enden zu wollen. Da es Tage vorher mächtig geregnet haben muss, war unsere erste Amtshandlung, einem im Rasenmatsch festgefahrenen Wohnmobil aus der prekären Situation befreien zu helfen.

Leider ging es für uns nun nicht mehr weiter. Ein Krankenhausaufenthalt wurde unumgänglich. Danke den Rettungskräften aus Rosenheim und dem medizinischen Personal des Bad Aiblinger Krankenhauses für die Hilfe! Danke aber auch den Damen des Campingplatzes, die uns mit viel Verständnis und Entgegenkommen halfen und unterstützten!

Und so endete unsere zweite Griechenlandreise, die eigentlich nur ein schöner Badeurlaub werden sollte, trotz angenehmer Erlebnisse in unangenehmer Erinnerung. Wenigstens können wir einige Eindrücke im Reisebericht festhalten in der Hoffnung, dass überwiegend das Schöne auf Dauer im Gedächtnis bleiben wird.

Bildimpressionen

Vorschaubild: Bildimpressionen am Strand von Mare Blu
am Strand von Mare Blu

am Strand von Mare Blu

Vorschaubild: Bildimpressionen Badebucht unter der Nestorgrotte
Badebucht unter der Nestorgrotte

Badebucht unter der Nestorgrotte

Vorschaubild: Bildimpressionen zwischen Finiki und Finikounta
zwischen Finiki und Finikounta

zwischen Finiki und Finikounta

Vorschaubild: Bildimpressionen Im Süden des Fingers
Im Süden des Fingers

Im Süden des Fingers

Vorschaubild: Bildimpressionen Strand bei Romanus
Strand bei Romanus

Strand bei Romanus

Vorschaubild: Bildimpressionen in der Burg von Pylos
in der Burg von Pylos

in der Burg von Pylos

Vorschaubild: Bildimpressionen Kirche in Mystras
Kirche in Mystras

Kirche in Mystras

Vorschaubild: Bildimpressionen Ruinenstadt Mystras
Ruinenstadt Mystras

Ruinenstadt Mystras

Vorschaubild: Bildimpressionen Kirche bei Chora
Kirche bei Chora

Kirche bei Chora

Vorschaubild: Bildimpressionen Fresko in Mystras
Fresko in Mystras

Fresko in Mystras

Vorschaubild: Bildimpressionen Strand vor der Methoni-Festung
Strand vor der Methoni-Festung

Strand vor der Methoni-Festung

Vorschaubild: Bildimpressionen Eifelturm in Filiatra
Eifelturm in Filiatra

Eifelturm in Filiatra

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unsere Seiten wurden letzmalig geändert am 04.11.2016

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