Campingzone
 

Ostalgie Camping

Der Anfang


Flagge DDR
Flagge CSSR
Flagge Ungarn
Flagge Rumänien
Flagge Bulgarien

Geschichtchen aus Bruderfreundesland - Der Anfang

Wir genossen die Campingfreiheit in vollen Zügen. In Beroun bei Prag zündeten wir mutig ein Lagerfeuer an, wie es alle taten und keiner störte sich daran. Jeden DDR-Brandschutzbeauftragten hätte eine solche Verhaltensweise in den Suizid getrieben.

Unmittelbar hinter der ungarischen Grenze stopften wir uns mit Pfirsichen voll, die wir wahnsinnig überteuert erstanden hatten. Woher sollten wir auch wissen, dass man hier nach westlichem Vorbild seine Preise nach Angebot und Nachfrage festlegte. Erst als man von uns für ein Glas Bier umgerechnet 10 Mark kassieren wollte, verließ uns die anerzogne Naivität.

Markt in Estergon
Markt in Estergon

Budapest
Budapest

Camping Romai Part in Budapest
Camping Romai Part in Budapest

Wie staunten wir in Bulgarien über die Massen bundesdeutscher Autos - so erkannt am Nummernschild - bis wir feststellten, dass deren Insassen Türken waren, die sich auf der Urlaubsreise ins Vaterland befanden.

Anders als in Ungarn, der CSSR und Rumänien behandelten uns die Bulgaren als Deutsche ohne Ansehen der himmelsrichtlichen Herkunft; das bleibt uns bis heute in angenehm-sympathischer Erinnerung.

Melnik in Bulgarien
Melnik in Bulgarien

Rila-Kloster in Bulgarien
Rila-Kloster in Bulgarien

Etar in Bulgarien
Etar in Bulgarien

Was dem Bundesbürger das Wort "Mindestumtausch", bedeutete den Ossis das Wort "Höchstumtausch". Der eine musste, der andere durfte. Das hieß für uns einen maximalen Geldumtausch von 20-40 Ostmark pro Tag und Person unterschiedlich je nach sozialistischem Reiseland. Und damit war wenig anzufangen. Also wurde geschummelt, dass sich die Balken bogen. Man musste trotz visafreiem Reiseverkehr bei der Polizei die Aufenthaltsdauer im jeweiligen Bruderland beantragen und genehmigen lassen. So legte man ein paar Tage wegen des zusätzlichen Geldumtausches drauf und kam auf die maximal erlaubten 30 Reisetage pro besuchtem Land. Zwar wunderte sich die Bankangestellte, dass man 90 und mehr Urlaubstage im Jahr hatte, aber sie musste oder durfte ja keine Genehmigung erteilen. Tschechen-Kronen hatten wir genug. Unsere Nachbarn kauften ebenso gern in der DDR ein, wie wir bei ihnen. Da auch sie nur einen Maximalbetrag umtauschen durften, blühte der illegale Tauschhandel, weniger als 1:3 (Mark : Kronen) kam aber nicht infrage. Beliebt waren die Tuzex-Kronen, eine Art Westgeld-Gutscheine, mit denen man in speziellen Läden Westwaren einkaufen konnte, ähnlich wie in der DDR die Intershops. Nur benötigte man nicht unbedingt D-Mark, um an die Bons heran zu kommen, es ging auch mit Tschechen-Kronen, Umtausch etwa 1:8. Allerdings ging der Reiz angesichts des Angebots bei uns bald auf Null zurück.

Unsere Grenzer waren bei der Rückreise besonders scharf auf schriftliche Zoll-Einfuhrerklärungen. Dabei hatten sie hauptsächlich die Ungarnreisenden im Visier. Was blieb dem kleinen Schmuggler übrig, als das Zettelchen mit unwichtigsten Mitbringseln zu füllen, bis nichts mehr drauf passte. Der Zöllner sah, dass man sein Papierchen ernst genommen hatte und hieß uns und den aufgeschriebenen Postkarten, einzeln nachgewiesenen Keramiktassen und anderem Tand herzlich Willkommen in der Heimat. Die etwas teureren Mitbringsel hatten leider nicht in die wenigen Spalten auf dem Zolldokument gepasst. Das treu deutsch ausgefüllte Zettelchen bewahrte uns vor dem peinlichen Durchwühlen der gesamten Campingausrüstung und der Zöllner ersparte sich diesen auch für ihn lästigen Arbeitsgang. So waren´s schließlich alle zufrieden.


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unsere Seiten wurden letzmalig geändert am 04.11.2016

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